Ein Hobby kann die Welt verändern

Wenn Mann und Frau die Seiten tauschen und sich abseits vom traditionellen Rollenbild bewegen, profitieren alle davon. Den enormen Einfluss auf die Gesellschaft bestätigt   Dr.in Ilona Horwath vom Institut für Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Linz.

Gibt es whorvatheniger Männer, die ihre Freizeit mit »weiblichen Hobbys« verbringen?
Da es fast keine verlässlichen Daten dazu gibt, kann man das so nicht feststellen. Was wir aus empirischen Untersuchungen im Berufsleben wissen, ist, dass typisch männliche Berufsfelder mit höherem Status und Prestige verknüpft werden. Bei Männern in Frauendomänen steht die Männlichkeit auf dem Prüfstand. Sie werden jedoch öfter befördert. Offene Abwertung von Frauen in Männerdomänen ist selten,
großes Thema in der Berufswelt ist die Kompetenzerwartung. Erfolgreichen
Frauen wird oft die Weiblichkeit »aberkannt «.
Sind wir nach jahrzehntelangen Gleichstellungsdiskussionen noch nicht weitergekommen?
Rollenklischees sind tief in unserem Denken verankert, wir brauchen Zeit,
um das zu ändern. Gesetzliche Regelungen für geschlechtergerechteren Umgang
für Männer und Frauen gibt es bereits. Das öffentliche Bewusstsein, das von den Medien geprägt wird, ist wesentlich: Menschen, die sich außerhalb des Rollenbildes bewegen,
müssen nicht als Exoten, sondern als Teil der Normalität dar gestellt werden. Wir brauchen ein Umfeld, das bestärkt und fördert. Weiters ist es hilfreich, wenn andere Männer und Frauen bereits etabliert sind. Gibt es z. B. bereits Frauen in der Feuerwehr,
folgen Interessierte schneller nach. Der Domänenwechsel fällt also leichter, wenn er nicht mehr auffällt, sondern jeder seinen Interessen nachgeht. Unabhängig von Erwartungshaltungen.

Veröffentlicht im Magazin “Welt der Frau”, November 2011 – Text: Maria Sigl, Foto: Dr.in Ilona Horwath

 

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