Ich bin ich? Bloggerinnen und Anonymität

Die kleine Botin zählt mit 160.000 Zugriffen pro Monat zu Österreichs beliebtesten Mama-Blogs. Begonnen hat Daniela Gaigg im Jänner 2012. Da war ihr erstes Baby 6 Monate alt, Motivation war, wie sie selbst sagt, ein gewisses Mitteilungsbedürfnis. Außerdem war sie fest entschlossen ihr bisheriges Leben so gut es ging weiter zu führen, allerdings mit Kind. So wurde sie öfters von Bekannten um Tipps gebeten und wollte auf Fragen wie „Was? Du machst das mit dem Kind?“ etwas ausführlicher antworten.

„Was? Du machst das mit dem Kind?“

Zwei Jahre und ein weiteres Baby später war klar, aus dem Blog lässt sich eine Firma gründen. Seit dem ist „Die kleine Botin“ ein Full-Time-Job – so gut sich das eben mit zwei jungen Menschen vereinbaren lässt.

Quasi nebenbei organisiert Daniela mit Stadtmama Judith eine Bloggerkonferenz im Mai. Da geht’s um Weiterbildung fernab von Familienthemen. Details dazu gibt’s hier: www.bloglaut.at

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Familienbloggerin Daniela Gaigg, Foto: Stephanie Rimoux

Daniela steht meinen Fragen liebenswerterweise heute Rede und Antwort:

 

Was hat die Zugriffe auf deinen Blog richtig erhöht?

Wie vielen anderen BloggerInnen hat mir Pinterest, Instagramm und Facebook gut getan. Die LeserInnen mögen meinen Newsletter. Ich sehe meinen Blog als Magazin, das grundsätzlich auch analog funktionieren würde. Die Themen sind lebensnah, saisonal und vor allem authentisch. Ein großer Schwerpunkt ist das „Mama-Coaching“ mit Linda Syllaba. Hier gibt’s praxisnahe Tipps für die Kommunikation in den Familien, z.B. Alternativen zum Schimpfen. Das bereichert meinen Alltag und lädt mich selbst zum Umdenken ein.

Was mir richtig weiterhilft sind meine Erfahrungen als Pharmareferentin – mein Job vor den Kindern. Beim Klinkenputzen lernt man Selbstmarketing, das ist nicht immer angenehm, aber sehr lehrreich.

Verläuft dein Leben nach Drehbuch?

Ja und nein. Große Teile meines bzw. unseres Lebens werden zu Content, nicht weil es der Redaktionsplan vorsieht, sondern weil wir das ohnehin machen würden. Ich bin ein großer Do-It-Yourself-Fan. Schon immer! Jetzt werke ich mit den Kindern und dokumentiere das. Oft werden wir für DIY-Aufträge gebucht, wie z.B. die Basteldeko für den Fasching.

Der Blog ist oft Motivation für mich Projekte jetzt zu realisieren und nicht auf „wenn wir mal richtig viel Zeit haben“ zu verschieben.

Wie erklärst du deinen Kindern deine Arbeit?

Die Kids kennen meinen Blog. Ich versuche ihnen auch immer zu erklären, dass die Produkte, die wir testen keine Geschenke sind, sondern Teil der Arbeit. Darum machen wir Fotos, schreibe ich darüber, etc. Wenn wir Hotels testen dürfen, muss ich schnell sein, damit ich noch ein paar Bilder vom schön aufbereiteten Zimmer machen kann, bevor sich unser Chaos ausbreitet. Zuerst Fotos, dann spielen.

und deinen Eltern?

Wir Geschwister haben unseren Eltern ein Ipad geschenkt, wir sind in ganz Österreich verstreut und so können wir besser am Leben der anderen teilhaben. Meine Mama liest meinen Blog auch immer wieder und ist fasziniert, dass das als Beruf funktioniert.

Zeigst du deine Kinder im Internet? Wo beginnt für dich die Öffentlichkeit?

Mein Blog ist kein Tagebuch, keine Kolumne.

Wenn ich Tipps gegen Fieber poste, heißt das nicht automatisch, dass meine Kinder krank sind. Die Kinder sind keine Models, ich möchte sie nicht in privaten Momenten zeigen, für ein paar Likes. Mein Mann unterstützt meine Arbeit, zu persönlich breite ich mich über unser Familienleben nicht aus. Normalerweise zeige ich meine Kinder auf den Fotos so, dass sie nicht erkennbar sind. Ich möchte unsere Privatsphäre nicht an soziale Medien abgeben, da sind für mich die Folgen langfristig nicht abschätzbar.

Ich habe „Fotoecken“ in der Wohnung, wo das Licht stimmt, hier fotografiere ich immer wieder. Da wurden auch die Fotos für mein Woman-Interview gemacht. So entsteht für mich nicht das Gefühl, das jemand unsere gesamte Wohnung kennt.

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Ms Anonymus, Foto: Daniela Gaigg
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