Lederhose auf Weltreise

Dirndlkleid und Rock-Event, Lederhose und Partyspaß, es kracht im Gebälk der Traditionen. Locker wie nie zuvor mischt die junge Generation das Herkömmliche mit dem Neuen. Sie kocht und gärtnert, dass man glatt an die Wiederkehr der Häuslichkeit glauben könnte. Eine neue Idylle oder Suche nach Heimat?

Wer im Herbst keine Marmelade eingekocht hat und sich noch keine Gedanken um seinen Selbstversorgergarten macht, steht nicht nur vor einer leeren Speisekammer, sondern verpasst den aktuellen Trend. Was bis vor Kurzem noch bestenfalls als langweilige Hausarbeit gegolten hat, wird jetzt zum sinnstiftenden Erlebnis. Kekse backen, Früchte trocknen, Garten- und Holzarbeit sowie Stricken sind längst entstaubt und hochstilisiert. Die Idee, dass man sich selbst mit den Schätzen der Natur versorgen könnte, gefällt.

Lederhose und Dirndl erleben einen neuen Aufschwung. Quer durch unterschiedliche Bevölkerungsschichten ist die Tracht wieder en vogue. Längst wird sie nicht mehr nur in Handarbeit hergestellt, sondern ist durch Billiganbieter wieder erschwinglich und alltagstauglich geworden. Zahlreiche Möglichkeiten, Lederhose und Dirndl auszuführen, finden sich: vom trachtigen Party-Event bis hin zum traditionellen Ball.

Was passiert hier? Suchen wir Bodenhaftung als Gegensatz zur virtuellen Welt? Warum wollen wir wieder den Schmutz unter den Fingernägeln spüren? Brauchen wir regionale Identität als Ausgleich zur Globalität?

Komm mit….

Veröffentlicht im Magazin „Welt der Frau“, Ausgabe 04/12,  Text: Maria Sigl, Fotos: http://www.lederhosening.com

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